Gangsta Kiez Neukölln
Neukölln soll ja ein gefährliches Pflaster sein. Seit einem halben Jahr Wohnen in Neukölln hab ich davon nichts gemerkt, bis heute.
Zosch. Eine Gruppe von drei oder vor jungen Leuten rempelt mich auf dem Weg zum Halleschen Tor an. „Ey! Geht’s noch oder wie?“, ist meine Reaktion. Sie: „Alter: Ich fick deinen Vater!“ Und ich, der ich mich für schlagfertig halte: „Ey, ich fick deine Mutter!“
Ich hielt das bis dahin für einen wirklich guten Dialog. Es hat sich nahtlos ergänzt, so wie: „Wie geht’s dir?“ – „Mir geht’s gut!“. Also: „Ich fick deinen Vater.“ – „Ich fick deine Mutter!“ Wer in Neukölln wohnt, muss sich den ortsgebräuchlichen Dialogen anpassen. Wer in Neukölln wohnt, muss ein bisschen kontern können, der darf sich nichts gefallen lassen, der muss ganz Berliner Schnauze sein. Dachte ich.
Die Jungs finden das nicht so lustig. Sie laufen mir bis zur nächsten Ampel nach, versuchen mich zu umzingeln. Einer baut sich vor mir auf, er ist 1,70, ich bin 1,90 groß. „Ey! Hast du gesagt: Ich fick deine Mutter?“ Ich: „Nee, das würde ich nie sagen. Das war ein Missverständnis.“ Da boxt mir schon der erste Jugendliche gegen die Brust.
Nun muss man feststellen, dass es ja derzeit kalt und ungemütlich ist in Berlin. Ich trage also ein Shirt, darüber einen Pulli, ein Sakko und einen Mantel. Die Wirkung ist analog zu ner kugelsicheren Weste: Ich spüre nichts. Ich gucke also den Typen irritiert an: „Ähm. Kannst du das mal sein lassen?“
Er, darauf vertrauend dass ihm gleich seine Famliensippe zur Hilfe eilt: „Alter! Meinem Vater gehören alle Kneipen hier in der Strasse, der kommt gleich raus!“ Und da kommt auch schon Daddy. Meine Güte! Bin ich jetzt wirklich in ne Familien-Solidaritäts-Schlägerei geraten? Daddy, sehr muskelpepackt und durchtrainiert, fragt: „Was isn hier los?“ Sohnemann beschwert sich: „Der Typ hat gesagt, er fickt Mutti!“ Ich, etwas feige, zucke nur mit den Schultern: „Nee, hab ich nie gesagt, war ein Missverständnis…“ Und Daddy, gottseidank, weist seinen Sohn zurecht: „Nun lass doch den Mann in Ruhe, der hat das bestimmt nicht so gemeint.“
Das ist Neukölln. Hart, brutal, aber dialogbereit wenn es drauf ankommt.
Fahrgast-Erziehung bei der Deutschen Bahn
Nervig können sie ja sein, diese Fahrkartenkontrollen der Deutschen Bahn. Dass zahlungswillige Fahrer keine Fahrkarte kaufen dürfen, kommt hingegen selten vor. Und auf der Strecke Stendal-Magdeburg wird man sogar aus pädagogischen Gründen aus dem Zug geworfen. Protokoll eines Dialoges.
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Verändern gehen statt wählen gehen
Viele Nichtwähler sind politisch interessiert, und bleiben bewusst aus Protest zu Hause. Für das Magazin „Einwurf – Wegwurf“ der Jugendpresse Deutschland und der Jungen Presse Berlin habe ich drei überzeugte Nichtwähler interviewt. Das ganze Heft gibt es zum Download hier.
Juhu, endlich Freizeit!
Die Bundestagswahlen sind gelaufen, und Steinmeier hat gut lachen. Diese Werbeanzeige ziert aktuell die Politik-Berichterstattung bei Spiegel Online:


Demokratie-Simulation in historischer Kulisse
Ein Wassertropfen regnet auf unsere Windschutzscheibe, dann zwei, bald drei. Sich gegenseitig verfolgend und zu einem Rinnsaal vereinend, hinterlassen sie breite Fäden auf dem Glas, ehe sie sich, kaum dass sie vom Himmel kamen, auf der Fahrbahn in eine breite Pfütze ergießen.
Links, linker, am linkesten
Beim Wahlgang-Termin am OSZ „Gesundheit II“ in Berlin-Marzahn fehlten die Kandidaten von CDU und FDP. Umso deutlicher traten die Unterschieden in linken Konzepten hervor.
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Die Stimme der Stimmlosen
Sie könnten eine Stimme haben – und werfen sie weg. Doch nicht alle Nichtwähler sind gleich. Mit den Gründen fürs Nichtwählen setzen sich Anna Siitam und Kristin Dethloff in ihrem Projekt „Choiceless – voiceless?“ auseinander. Im Büro der Jugendpresse habe ich die beiden für politikorange interviewt – die vollständige Zeitung gibt es zum Download unter http://www.politikorange.info/politikorange_einwurfwegwurf.pdf .
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Das Missverständnis der Politikverdrossenheit
Junge Leute sind politikverdrossen, behaupten zahlreiche Studien. Wächst da eine Generation von Nichtwählern heran? Mit dieser Frage habe ich mich in der aktuellen Ausgabe des Jugendmagazins politikorange auseinandergesetzt. Die vollständige Zeitung gibt es zum Download unter http://www.politikorange.info/politikorange_einwurfwegwurf.pdf .
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Kostenlos durch Deutschland touren mit der Wahlgang
Warum in die Ferne schweifen? So eine Deutschland-Tour kann doch auch ganz nett sein. Umso besser, wenn man den Urlaub mit etwas Sinnvollem verbinden kann. Wer sich als Regionalteamleiter für die Wahlgang registriert, bekommt ein Auto gestellt sowie Sprit- und Übernachtungskosten erstattet. An verschiedenen Schulen einer Region wird dann Werbung für Politik im Allgemeinen und die Bundestagswahlen im Besonderen gemacht, den Nachmittag kann der oder die TeamleiterIn mit Sightseeing und Urlab verbringen. Eine tolle Alternative zum Urlaub am Meer.
„Die Entscheidung“ – ein Zeitzeugenportrait zum Mauerfall
2009 ist das Jahr des Mauerfalls. Nie war das Ereignis so allgegenwürtig, wie zu seinem 20jährigen Jubiläum. Für die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Junge Presse Berlin habe ich bereits ein Magazin zu dem Thema produziert. Für das Projekt reporter89 durfte ich jetzt einen Zeitzeugen befragen – Opa K.
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